Das Projekt

Die Projektträger:

Das Projekt PARKES wird von drei Unternehmen entwickelt, die sich mit dem Recycling von Plastik beschäftigen :

SUEZ RV France, eine französische Tochtergesellschaft des Unternehmens SUEZ für die Abfallbewirtschaftung und -verwertung, koordiniert das Konsortium.

Loop Industries: Das kanadische Technologieunternehmen hat ein innovatives Recycling-Verfahren für PET-Kunststoffe durch Depolymerisation bei niedrigen Temperaturen und ohne Druckzugabe entwickelt und will diese Technologie durch den Bau von Fabriken auf der ganzen Welt vermarkten.

SK Geo Centric, eine Tochtergesellschaft des südkoreanischen Unternehmens SK, hat sich auf die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Chemiewerkstoffen spezialisiert. SKGC fokussiert auf die Forschung und Entwicklung, um im Bereich nachhaltige Materialien an der Spitze des Fortschritts zu bleiben.

Die Ziele des Projekts:

  • Einen Beitrag leisten zum Erreichen der europäischen, französischen und regionalen Ziele in den Bereichen der Abfall- und Kreislaufwirtschaft, und insbesondere des Ziels, bis 2025 100% der Einwegverpackungen aus Kunststoff wiederzuverwerten.
  • Zur eigenständigen Abfallwirtschaft der Region Grand Est beitragen durch das Errichten einer modernen und leistungsfähigen Anlage vor Ort, welche die Grundsätze der Abfallentsorgung im Nahbereich und der Entsorgungsautarkie gemäß dem Regionalplan zur Abfallvermeidung und -bewirtschaftung (Plan Régional de Prévention et de Gestion des Déchets (PRPGD) Grand Est) erfüllt.
  • Das Recyceln von Kunststoffabfällen und den Einsatz von recycelten Kunststoffen verstärken und somit zur Vermeidung von Kunststoffabfällen beitragen, zumal viele Kunststoffabfälle heutzutage weder sortiert noch wiederverwertet werden.
  • Das lokale Industriepotential ausbauen und langfristig sichern durch die Förderung von Synergien mit ortsansässigen Unternehmen, so dass zusätzlich zu den 200 direkten Arbeitsplätzen 1.000 bis 1.200 indirekte Arbeitsplätze in der Betriebsphase geschaffen werden können.
  • An der Sanierung von Industriebrachen in der Region teilnehmen und das Ziel der Reduzierung von Flächenverbrauch erfüllen durch den Übergang zu einer grünen Wirtschaft auf Flächen, die eine Bergbaugeschichte haben.
  • Den Verbrauch fossiler Energien durch die Nutzung bereits bestehender Wärmenetze senken.

Vorstellung des Projekts:

Mit dem Projekt PARKES soll eine Anlage zum Kunststoffrecycling geschaffen werden, damit eine wirksame industrielle Lösung zur Unterstützung der Ziele der Region Grand Est im Bereich der Kreislaufwirtschaft angeboten werden kann, um eine wirksame industrielle Lösung zur Unterstützung der Ziele der Region Grand Est im Bereich der Kreislaufwirtschaft anzubieten zu können.

Vorgesehener Standort des Projekts PARKES ist die Industriebrache der ehemaligen Kokerei Carling, auf der Plattform Chemesis von Saint-Avold (Moselle) in der französischen Region Grand Est.

3D-Darstellung des gewerblichen Produktionsstandorts Infinite Loop (Abbildungen nicht verbindlich)

Der Betrieb des Projekts PARKES:

Das Projekt besteht aus zwei unterschiedlichen Anlagen :

Eine Anlage zur Aufbereitung von Kunststoffen, in der jährlich 145.000 Tonnen Kunststoff aus unterschiedlichen Abfällen für verschiedene molekulare und werkstoffliche Recyclingverfahren aufbereitet werden sollen.

  • Die eingehenden Kunststoffabfälle werden ausgepackt, sortiert/getrennt/gesiebt, zerkleinert, gereinigt und getrocknet. Die Technologien, die während dieser Phase eingesetzt würden, ähneln denen, welche im Rahmen von werkstofflichen Recyclingverfahren für Kunststoff entwickelt wurden.

Eine Anlage zum Recycling von PET-Kunststoff, durch die jährlich 70.000 Tonnen PET-Kunststoff auf Neuware-Niveau mittels Depolymerisation hergestellt werden können. Neben dem Hauptmaterial werden Kunststoff-Nebenprodukte separiert, es wird Wasser verdunstetet und Reststoffe werden angesammelt.

  • Das Recyclingverfahren beginnt in einem ersten Schritt mit der Depolymerisation von PET-Kunststoff bei niedrigen Temperaturen, gemäß dem von Loop Industries entwickelten Verfahren. Dann erfolgt die Zerlegung in Monomere und deren erneute Polymerisation zu PET-Kunststoff. Durch diesen Schritt kann recycelter PET-Kunststoff gewonnen werden, der gleichwertige Eigenschaften wie Neuware besitzt.

Mit dem Projekt könnten 360.000 Tonnen CO2 pro Jahr im Vergleich zur Herstellung von PET, das au fossilen Ressourcen gewonnen wird, und zur Abfallverbrennung. Auch in Bezug auf den Energieverbrauch ist das Projekt vorbildlich angelegt, da die Gesamtheit aller benötigten Energien (Dampf, Strom, Gas) im Dauerbetrieb den Wert von 50 Megawatt nicht überschreiten würde.

Der Zeitplan:

Der voraussichtliche Zeitplan für das Projekt ist folgender:

Vorgelagerte Öffentliche Anhörung :
11. September – 7. November

Einreichung der Umweltzulassungsanträge und des Baugesuchs:
1. Quartal 2024

Öffentliche Erörterung:
2. Halbjahr 2024

Erteilung der Baugenehmigung / Genehmigungserlasse der Präfektur:
4. Quartal 2024

Baubeginn:
1. Quartal 2025

Inbetriebnahme:
2027

Die Herausforderungen des Projekts:

Die Anlagen zur Aufbereitung von Kunststoffen und zum Recycling durch Depolymerisation des Projekts PARKES fallen als klassifizierte Anlagen zum Schutz der Umwelt (Installations Classées pour la Protection de l’Environnement (ICPE)) unter die Umweltgenehmigungsregelung.

Die von den Projektträgern für die beiden Anlagen eingereichten Umweltzulassungsanträge (Dossiers de Demande d’Autorisation Environnementale (DDAE)) sollten nachweisen, dass das Projekt den Umweltverträglichkeitskriterien entspricht. Gemäß dem französischen Umweltgesetzbuch (Artikel R. 181-13) müssen die Anträge eine technische Präsentation mit einer Beschreibung der Anlage, der geplanten Bauarbeiten, der eingesetzten Verfahren, der Überwachungs- und Kontrollmittel, sowie eine Umweltverträglichkeitserklärung und eine Gefahrenanalyse enthalten.

In dieser fortgeschrittenen Projektphase wird momentan eine umfassende Prüfung der Umweltverträglichkeit für den sensiblen Bereich der Anlage durchgeführt. Diese Umweltverträglichkeitsprüfung wird vollständig zusammen mit den gesamten Unterlagen in der Phase der öffentlichen Erörterung, welche für das zweite Halbjahr 2024 geplant ist, einsehbar sein. Je nach Fortschritt der laufenden Prüfungen können einzelne Elemente bereits jetzt während der vorherigen Abstimmung bekannt gegeben werden.

Alle ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte des Projekts finden Sie in dem Informationspaket rund um die Abstimmung, welches Sie unter der Rubrik UNTERLAGEN einsehen können

Alternativen zum Projekt:

Die Plattform Chemesis in Saint-Avold wurde von den drei Projektträgern nach einer Analyse anhand mehrerer Kriterien den vier anderen untersuchten Standorten (Fos-sur-Mer, Port d’Anvers, Berre L’étang, Port-Jérôme) vorgezogen. Derzeit werden keine weiteren Standorte untersucht.

Es gibt andere alternative Technologien zum Kunststoffrecycling, aber keine scheint ausreichend zu sein, um die Herausforderungen bei der Herstellung und Entsorgung von Kunststoffabfällen zu bewältigen:

  • Alleiniges werkstoffliches Recycling: Obwohl diese Lösung in einigen Fällen durchaus geeignet ist, würde sie die Verwertung einiger heute weit verbreiteter Kunststoffe, wie z. B. Lebensmittelbehälter, nicht ermöglichen.
  • Enzymatisches Recycling (chemisch): Diese Technologie hat zwar den Vorteil, dass keine brennbaren Lösungsmittel verwendet werden, sie erfordert jedoch eine große Menge an Reagenzien und ist bislang die teuerste Recyclinglösung.
  • Herstellung von biobasierten Kunststoffen: Diese Kunststoffe aus pflanzlichen oder tierischen Quellen werden zwar manchmal als nachhaltige Alternative zu erdölbasierten (petrobasierten) Kunststoffen angepriesen, sind jedoch nicht alle biologisch abbaubar und entsprechen daher nicht den Anforderungen der Kunststoffabfallwirtschaft.

Weitere Informationen finden Sie im Informationspaket rund um die Abstimmung unter der Rubrik UNTERLAGEN